Montag, 28. Oktober 2019

Strominfarkt


Swissgrid vereinfacht
Nichts ist so selbstverständlich wie die elektrische Steckdose. Der Strom-Konsument ist sich kaum bewusst, dass im Hintergrund ein komplexes und filigranes Versorgungsnetz „Swissgrid“ diese raumzeitliche Verfügbarkeit von elektrischer Energie gewährleistet. Nun sind wir mit dem neuen Energiegesetz an einem kritischen Punkt: Es führt zum schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und sorgt dafür, dass die Schweiz den Energieverbrauch senken, die Abhängigkeit von fossilen Energien aus dem Ausland reduzieren und den Anteil einheimischer erneuerbarer Energien erhöhen muss. Drei Jahre später sind wir weit entfernt davon, diese Ideale anzustreben. Durch grosse Solar- und Windkraftwerke dürfte unsere Versorgungslage „infarktanfällig“ werden. Es drohen Spannungseinbrüche, Netzabwürfe und Blackouts. Die erneuerbare Energie, welche die nukleare Energie ersetzen soll, ist „Flatterstrom“. Swissgrid muss mit grossen, kurzfristig schwankenden Megawatt-Quellen fertig werden. Dazu muss sie heute massiv investieren. Wie eine neue Studie der EMPA zeigt, droht uns im Winter ein gigantisches Stromdefizit, das durch Stromimport nicht mehr kompensiert werden kann. 
In dieser Energiewende muss auch die Umweltbilanz der PV-Technologie hinterfragt werden dürfen. Dazu gibt es Studien des ETH-Ingenieurs F. Ferroni, die aufhorchen lassen. Bisher ist man davon ausgegangen, dass ein PV-Modul nach wenigen Jahren rentabel wird. Ferroni fand aber, dass mit PV statt Energiegewinnung eine Energievernichtung stattfindet. Also müsste diese Fehlentwicklung vernünftigerweise sofort abgebrochen werden.
Zum Vergleich sind die Return-of-Investment-Kennzahlen der bisherigen langlebigen Grosskraftwerke in der Schweiz heranzuziehen:
- Wasserkraft, Verhältnis von Energieertrag zu Energieaufwand = 100
- Kernenergie = 75
- Fotovoltaik = 0.83
Warum hat das Bundesamt für Energie uns eine derart risikoreiche und schwer beherrschbare Energieversorgung zugemutet, die sich in Ferronis Analyse überdies als energetisches Nullsummenspiel erweist, die im globalen Klimawandel nichts nützt. 
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[1] M. Rüdisüli, et.al.: Impacts of an Increased Substitution of Fossil Energy Carriers with Electricity-Based Technologies on the Swiss Electricity System. Energies 2019, 12(12), 2399, 38 pp.
[2] Ferroni, Hopkirk: Energy Return on Energy Invested (ERoEI) for photovoltaic solar systems in regions of moderate insolation, Energy Policy 94, 2016, p.336-344

2 Kommentare:

Bruno Fricker hat gesagt…

https://www.welt.de/debatte/article203395460/Energieversorgung-Atommuell-ist-in-Wahrheit-ein-Wertstoff.html

Bruno Fricker hat gesagt…

Genau! So ist es. Nur etwas die deutschsprachigen Scheuklappen ablegen, und schon sieht die Energiezukunft ganz anders aus.